Dienstag, 15. Januar 2008

"Herdprämie"...

...wurde zum "Unwort des Jahres 2007" gewählt:
Begründung:
>>>Zum Unwort des Jahres 2007 ist der Begiff "Herdprämie" gewählt worden. Das Wort diffamiert Eltern, insbesondere Frauen, die ihre Kinder zu Hause erziehen, anstatt einen Krippenplatz in Anspruch zu nehmen. Inzwischen gibt es ein ganzes Wortfeld, das die Diffamierungabsicht ebenfalls deutlich werden lässt. Dazu gehören u.a. die Varianten "Aufzuchtprämie", "Gluckengehalt" und "Schnapsgeld".<<< (Quelle)
Ich habe das vorhin im Radio gehört und, welch Zufall, da wurde der Juryvorsitzende zitiert mit der Begründung "Das Wort diffamiert _Frauen_, die ihre Kinder zu Hause erziehen."
Genau das ist der springende Punkt und genau deswegen ist für mich der sehr zutreffende Begriff "Herdprämie" (aber "Gluckengehalt" ist auch schön!*kicher*) eines der _Worte_ des Jahres und ich werde ihn natürlich auch weiterhin benutzen.
Denn von wegen "Diffamierungsabsicht"- schlicht und einfach Realität!
Dazu verweise ich auf die aktuelle Print-EMMA:
>>>BETREUUNGSGELD
OECD warnt vor Herdprämie
Thüringen hat es schon ausprobiert, eine Studie hat es analysiert. Das vernichtende Ergebnis: Das Betreuungsgeld ist ein Desaster: Kinder verdummen und Mütter verarmen.<<<
Tolle WissenschaftlerInnen, können nicht mal recherchieren...


P.S.: Daß die ganze Sache mit dem Unwort des Jahres ziemlich patriarchalisch verseucht ist, merkt man schon auf der Startseite:
>>>Die Entscheidung über das »Unwort des Jahres« trifft eine unabhängige Jury. Ihre ständigen Mitglieder sind die Sprachwissenschaftler Prof. Dr. Nina Janich (Darmstadt), Prof. Dr. Margot Heinemann (Zittau), Prof. Dr. Martin Wengeler (Düsseldorf), Prof. Dr. Horst Dieter Schlosser (Frankfurt a. M.). Zwei weitere Jurorensitze sind jährlich neu mit Vertretern der öffentlichen Sprachpraxis besetzt (s. a. Kap. C).<<<(Quelle)
Zwei Frauen und zwei Männer- aber "natürlich" wird das Maskulinum verwendet. Ein Grund mehr, das Wort "Herdprämie" noch viel öfter zu verwenden!;)